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Der Berner Jungunternehmer Moritz Maier bietet das Tier im Internet zum Kauf an – in Stücken versteht sich.
Team kuhteilen.ch
Amelie ist als Nächste dran. Jeden Tag klettert der Zeiger nach oben, sind die 100 Prozent erreicht, bedeutet das ihr Ende – dann wird sie geschlachtet. Was tönt wie in einem brutalen Science-Fiction-Film, ist ein neuartiges Geschäftskonzept. Amelie ist ein Rind, ein paar Monate älter als einjährig, und weidet mit anderen Limousin-Rindern auf dem Hof von Landwirt Ruedi Schmied in Kirchlindach.
Der Berner Jungunternehmer Moritz Maier bietet das Tier im Internet zum Kauf an – in Stücken, versteht sich. Sein Geschäftskonzept nennt sich «Crowdbutchering», was auf Deutsch so viel heisst wie gemeinsam schlachten. Das Rind wird erst dann geschlachtet, wenn alle Fleischstücke im Voraus verkauft worden sind. Auf der Website Kuhteilen.ch können die Kunden zwischen einem 4- und einem 8-Kilo-Paket wählen.
«Uns ist eine nachhaltige Fleischproduktion wichtig», sagt Maier, der mit Geschäftspartner Xavier Thoné vor rund einem Jahr die Idee zum Unternehmen hatte. Alles vom Rind werde verwendet, nicht nur Edelstücke wie Entrecôte und Steak, sondern auch zähere Teile wie Haxen oder Ragout. Was gesetzlich verwenden werden darf, werde auch verkauft. Zum Beispiel Innereien. Tabu sei beispielsweise das Hirn des Tieres.
Nebst der Nachhaltigkeit seien beim «Crowdbutchering» auch die Regionalität und die Transparenz wichtig, sagt Maier. Von der Geburt bis zum Schlachthof solle der Kunde den Weg des Rindes zurückverfolgen können. Auch die Transportwege seien kurz gehalten. «Der Schlachthof ist in Säriswil, der Metzger in Schüpfen», sagt er. Von dort wird das Fleisch in der Kühlbox den Kunden nach Hause geliefert.
Seit einem Jahr gibt es das Angebot. Maier arbeitet zwei Tage pro Woche als Fleischverkäufer, daneben ist er in der IT tätig. Im Moment verkaufe er ein Rind pro Woche. Zu Beginn des Projekts vor einem Jahr habe es einen Monat gedauert, bis ein Tier verkauft war. 30 bis 40 Kunden brauche es dafür.
Kunden hat er von überall aus der Schweiz. Das Fleisch der Limousin- und Charolais-Rinder gilt als Delikatesse. Der Preis ist entsprechend hoch: Ein Kilo Fleisch kostet bei Maier um die 40 Franken – je nach bestellter Menge. Amelie übrigens ist auf der Website schon nicht mehr aufgeführt. Die 100 Prozent waren erreicht.
Von Tobias Marti (Berner Zeitung)
http://www.bernerzeitung.ch/region/bern/ein-rind-zum-teilen/story/14862890
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