Grillieren
Ein Kugelgrill kann mehr als direkt über der Glut garen. Mit Kohle auf einer Seite und geschlossenem Deckel bekommt ein Steak eine Kruste, während ein Braten daneben langsam durchzieht.

Für zwei Hitzezonen schiebst du die glühende Kohle auf eine Seite und legst das Fleisch bei indirekter Garung auf die andere. Beim geschlossenen Deckel kontrollierst du die Luftzufuhr und misst die Temperatur am Rost.
| Stück | Kohleanordnung | Deckel | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Dünnes Steak | Glut über die Grillfläche verteilen. | Kurz öffnen und direkt wenden. | Auf Flammen achten. |
| Dicker Hohrücken | Glut auf eine Seite legen. | Geschlossen indirekt nachgaren. | Sonde seitlich bis zur Mitte. |
| Picanha am Spiess | Glut seitlich, Spiess über der freien Zone. | Geschlossen garen. | Fett darf nicht in offene Flammen tropfen. |
| Brisket | Minimale, gleichmässige Glut am Rand. | Lange geschlossen halten. | Temperaturverlauf früh stabilisieren. |
| Änderung | Wirkung | Geduld |
|---|---|---|
| Mehr Zuluft | Feuer erhält mehr Sauerstoff. | Temperatur steigt verzögert. |
| Weniger Zuluft | Verbrennung wird gedrosselt. | Nicht komplett verschliessen, wenn das Feuer noch gebraucht wird. |
| Deckel öffnen | Hitze entweicht, Sauerstoff gelangt zur Glut. | Nach dem Schliessen Zeit zum Stabilisieren geben. |
| Kohle nachlegen | Kann kurz Rauch und starke Hitze erzeugen. | Nur bei echtem Bedarf nachlegen. |
| Hilfsmittel | Aufgabe | Sicherheit |
|---|---|---|
| Grillzange | Kohle und Fleisch bewegen. | Lange Griffe verwenden. |
| Tropfblech | Fett und Saft auffangen. | Nicht so gross wählen, dass es den Luftstrom blockiert. |
| Thermometer | Garraum und Kern getrennt kontrollieren. | Fühlerkabel aus der Glut führen. |
| Aschebehälter | Erkaltete Glut sicher lagern. | Nicht brennbare Unterlage nutzen. |
| Zeitpunkt | Aufgabe | Kontrollpunkt |
|---|---|---|
| Vortag, 20:00 | 2 kg Schulter salzen und abgedeckt kühlen. | Gleichmässige Würzung. |
| Grilltag, 05:45 | 2,5 bis 3 kg Briketts im Anzündkamin starten. | Etwa 20 bis 25 Minuten bis zur grauen Glut. |
| 06:15 | Kohlering oder Minion-Ring legen, Rost auf 110 bis 120 °C einregeln. | Zuluft nicht ständig nachstellen. |
| 06:45 | Schulter über der indirekten Zone auflegen. | Fühler mittig, Deckel geschlossen. |
| Nachmittags | Bei 90 bis 95 °C und weichem Sondentest beenden, 45 Minuten ruhen. | Zartheit prüfen. |
| Grilltyp | Stärke | Kompromiss |
|---|---|---|
| Kugelgrill | Ein Gerät für Glut, direkte Zone und Long Cook. | Luftschieber brauchen etwas Übung. |
| Gasgrill | Einzelne Brenner ergeben schnell eine kalte Zone. | Rauch entsteht ohne Zusatzholz kaum. |
| Kamado | Hält eine tiefe Temperatur über lange Zeit. | Mehr Material und träge Wärmeänderung. |
| Pelletgrill | Controller regelt die Temperatur automatisch. | Für maximale Kruste ist ein Finish nötig. |
| Smoker | Rauch durchströmt das Fleisch beim Garen. | Feuerkammer und Glut brauchen mehr Platz. |
Schiebe die glühende Kohle auf eine Seite des Grillrosts und lasse die andere Seite frei. Über der Glut entsteht direkte Hitze, daneben eine indirekte Zone für dicke Steaks und Braten.
Für ein Tropfblech stellst du es unter das Fleisch, nicht zwischen Glut und Luftweg. Fülle es bei Bedarf mit wenig Wasser, ohne den Luftstrom im Grill zu blockieren.
Lege den Deckel mit der Lüftungsöffnung so auf, dass die Luft über das Fleisch zieht. Dadurch führt der Rauch durch den Garraum statt direkt aus der Öffnung zu entweichen.
Direkte Hitze eignet sich für dünne Steaks, die in kurzer Zeit Kruste bekommen. Dicke Stücke profitieren davon, zuerst indirekt zu garen und erst zum Schluss direkt zu bräunen.
Wenn Fett in die Glut tropft, kann eine Flamme entstehen. Verschiebe das Fleisch in die indirekte Zone, statt es mit Wasser zu löschen.
Eine Zweizonen-Anordnung gibt dir eine sichere Ausweichfläche. Dort kann ein Stück fertig garen, während die Glut wieder ruhiger wird.
Die Zuluft am unteren Schieber steuert, wie viel Sauerstoff zur Glut gelangt; der Deckelschieber lässt die heisse Luft entweichen. Beide Öffnungen zusammen bestimmen den Luftstrom.
Warte nach einer Änderung, bevor du erneut nachregelst. Kohle und Grill reagieren nicht sofort, deshalb führt hektisches Schieben oft zu einer Temperatur, die am Ende zu hoch oder zu niedrig liegt.
Bei einem langen Garprozess kontrolliere Temperatur auf Rosthöhe und nicht nur am Deckel. Wind und Aussentemperatur beeinflussen die Hitze ebenfalls.
Die Dauer hängt von Kohlemenge, Luftstrom, Aussentemperatur und Deckelöffnungen ab. Für Steaks legst du die Kohle so, dass sie während des kurzen Garens nicht nachgelegt werden muss.
Bei einer langen Garung baust du ein kleines, stabiles Glutbett und planst Brennstoffreserven. Häufiges Nachlegen kann Rauch, Hitze und Geschmack verändern.
Halte einen sicheren Abstand zwischen Grill und brennbaren Flächen. Ein Kugelgrill bleibt auch nach dem Servieren lange heiss.
Eine trockene Oberfläche bräunt besser als eine nasse. Tupfe Marinade vor dem Auflegen ab und lasse zwischen den Stücken Platz, damit sie nicht im eigenen Dampf liegen.
Brate über der Glut kurz an und wende nur, wenn die Kruste sich leicht vom Rost löst. Wenn Fett aufflammt, ziehst du das Fleisch in die freie Zone.
Nach dem Grillieren ruhen dicke Stücke locker abgedeckt. Für sehr dünne Steaks reicht eine kurze Pause, bevor du sie quer zur Faser aufschneidest.
Schliesse die Luftschieber und den Deckel, damit die Glut ausgeht. Lass den Grill stehen, bis Feuerraum und Asche vollständig erkaltet sind.
Entsorge Asche nie in einem Kunststoffbehälter oder neben trockenem Laub. Lagere sie in einem nicht brennbaren Behälter auf einer feuerfesten Fläche.
Reinige den Rost und das Tropfblech nach dem Abkühlen. Prüfe vor dem nächsten Einsatz, ob Asche den Luftweg verstopft.
Für einen kurzen Steakabend reichen oft 1,5 bis 2 kg Briketts oder Holzkohle, je nach Grillgrösse und Aussentemperatur. Für mehrere Stunden bei niedriger Temperatur planst du rund 2,5 bis 3,5 kg Briketts ein. Ein Anzündkamin braucht meist 20 bis 25 Minuten, bis die obere Schicht grau wird.
Bei 110 bis 120 °C verteilt ein Minion-Ring die Glut langsam entlang des Grillrands. Für etwa 150 °C kannst du die Zuluft etwas weiter öffnen oder mehr Startglut verwenden. 250 °C erreichst du mit einem grösseren Glutbett und freieren Luftöffnungen; hohe Hitze eignet sich für kurzes Anbraten, nicht für stundenlanges Garen.
Lege die Kohle bei einem Zwei-Zonen-Aufbau auf eine Seite und lass den gegenüberliegenden Rost frei. Ein Tropfblech unter dem Fleisch fängt Fett auf, darf aber nicht den Luftweg blockieren. Mit geschlossenem Deckel zieht Luft durch die unteren Schieber und verlässt den Grill oben.
Vermeide grosse Korrekturen an den Schiebern. Eine Änderung wirkt verzögert, besonders wenn der Grill bereits aufgeheizt ist. Wenn die Temperatur steigt, schliesse die Zuluft ein wenig und warte. Öffne den Deckel nur für eine konkrete Kontrolle oder um das Fleisch zu drehen.
Ein Hohrückensteak oder Picanha lässt sich auf dem Kugelgrill direkt anbraten und auf der freien Seite fertig garen. Brisket, Short Ribs und Rindsschulter brauchen eine stabile indirekte Zone. Das Schulterrezept zeigt, wie du Stall, Verpackung und Ruhezeit in den Tagesplan einrechnest.
Buche liefert ein ausgewogenes Aroma, Kirsche ist milder und Hickory kräftig. Setze ein bis zwei trockene Chunks an die Glut, statt den Grill mit Chips zu füllen. Bei dichtem grauem Rauch wartest du mit dem Auflegen, bis die Verbrennung sauberer ist.
Nach dem Grillieren schliesst du die Luftschieber, lässt die Glut vollständig erlöschen und wartest mit dem Entleeren, bis Asche und Kohle kalt sind. Bürste den Rost ab und reinige Fettblech und Aschebehälter. Trage den Grill nicht, solange Kessel oder Stand noch heiss sind.
Stelle den Kugelgrill auf eine ebene, feuerfeste Fläche und halte Kinder von Deckel, Griff und Abluft fern. Nutze nur trockenen Brennstoff und keine flüssigen Brandbeschleuniger. Für grosse Stücke plane einen Puffer ein, denn die Sonde und der Sondentest sind zuverlässiger als eine feste Uhrzeit.
Ein Minion-Ring funktioniert am besten, wenn die Briketts dicht nebeneinander am Rand liegen und nur an einem Ende angezündet werden. Die Glut wandert dann langsam weiter. Lege Rauchholz nicht direkt in die noch kalte Kohle, sondern an die Stelle, an der die Glut bald ankommt. So entsteht Aroma über einen längeren Abschnitt statt in einer ersten Rauchwolke.

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CHF 199.00
Jeden Monat ziehen wir unter allen Abonnentinnen und Abonnenten ein Fleischpaket. Dazu melden wir uns, sobald das nächste Rind geteilt wird.
Mitmachen ist gratis, ohne Kauf.
Die Gewinnerinnen und Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Teilnahmebedingungen
Lege die Glut auf eine Seite und nutze die freie Seite als indirekte Zone.
Beim indirekten Garen ja, beim kurzen direkten Anbraten öffnest du ihn zum Wenden.
Die Dicke und Hitze entscheiden. Nutze die Uhr als Planung und miss den Kern.
Verschiebe das Fleisch bei aufflammendem Fett in die indirekte Zone.
Für Brisket bleibt der Garraum bei 110 bis 120 °C.
Ändere Zu- und Abluft in kleinen Schritten und warte auf die Reaktion.
Ja, mit indirekter Glut, geschlossenem Deckel und ruhigem Luftstrom.
Erst wenn die Glut vollständig erkaltet ist.