Rezept
Ein Huftdeckel mit goldbraunem Fettdeckel kommt vom Grill, ruht kurz und wird in dünne Tranchen geschnitten. Der erste Bissen verbindet eine kräftige Kruste mit einem rosa, saftigen Kern.

Grilliere einen Huftdeckel mit Fettdeckel zuerst indirekt bei 180 bis 200 °C. Nimm ihn bei etwa 52 bis 56 °C aus der Hitze, lass ihn 15 Minuten ruhen und serviere bei 54 bis 58 °C quer zur Faser.
Portionen
4 bis 6 Personen
Vorbereitung
20 Minuten plus 1 Stunde Salzen
Zubereitung
50 bis 70 Minuten plus Ruhezeit
Huftdeckel vorbereiten
Lass am 1.8 kg Huftdeckel etwa 7 mm Fett stehen und ritze den Deckel in 1 cm grosse Rauten. Tupfe trocken, salze mit 18 g und lass es 60 Minuten bei höchstens 5 °C ziehen; heize den Grill auf 180 bis 200 °C vor und ziele nach dem Ruhen auf 54 bis 58 °C.

Grill einregeln
Heize den Grill 15 Minuten auf 190 °C vor und richte eine indirekte Zone ein. Würze die Fleischseite mit 3 g Pfeffer und lege den Braten mit dem Fettdeckel nach oben auf; er soll sicher liegen und nicht über der Flamme hängen.

Indirekt garen
Gare 1.8 kg Huftdeckel 30 bis 45 Minuten bei 180 bis 200 °C, bis der Kern im dicksten Teil 48 bis 52 °C erreicht. Die Oberfläche soll trocken wirken und das Fleisch am Rand sichtbar Farbe annehmen.

Fettdeckel bräunen
Drehe 1.8 kg Fleisch für 5 bis 8 Minuten auf die direkte Zone und beobachte die Kruste ständig. Nimm es bei 52 bis 56 °C Kerntemperatur herunter; der Fettdeckel soll goldbraun sein und nicht schwarz rauchen.

Ruhen und tranchieren
Lass 1.8 kg Huftdeckel 15 Minuten locker abgedeckt ruhen, bis der Kern im Zielbereich von 54 bis 58 °C liegt. Schneide dünne Tranchen quer zur Faser und serviere sie, solange die Kruste knusprig und der Saft klar ist.

| Grill | Setup | Garraum-Temperatur | Zeit planen | Was ändert sich |
|---|---|---|---|---|
| Gasgrill | Einen Brenner ausschalten, Braten auf die freie Rostzone legen. | 180 bis 200 °C indirekt, zum Schluss direkt bräunen. | 30 bis 45 Minuten plus 5 bis 8 Minuten Finish. | Fettaufflammen mit einer freien Zone auffangen. |
| Kugelgrill (Holzkohle) | Glut an den Rand, Huftdeckel in die Mitte. | 180 bis 200 °C mit geschlossenem Deckel. | 30 bis 45 Minuten plus kurzes Finish. | Luftzufuhr vor dem Auflegen einregeln. |
| Kamado | Deflektor für die indirekte Phase einsetzen. | 180 bis 200 °C, danach kurz direkte Hitze. | 35 bis 50 Minuten abhängig von der Form. | Keramik früh stabilisieren, nicht ständig nachregeln. |
| Smoker/Pelletgrill | Braten auf den Rost, Fettaufflammen ist kein Thema. | 160 bis 180 °C, am Ende heisse Pfanne oder Rost. | 40 bis 60 Minuten plus Finish. | Weniger direkte Kruste, dafür ruhiger Temperaturverlauf. |
| Backofen | Rost über ein Blech setzen, Fettseite nach oben. | 190 °C, zum Schluss Grillfunktion. | 35 bis 55 Minuten plus 5 Minuten Bräunen. | Rauch fehlt; das Blech fängt austretendes Fett auf. |
| Ergebnis nach Ruhen | Beim Herausnehmen | Schnitt |
|---|---|---|
| 54 bis 56 °C, rosa | etwa 52 bis 54 °C | Dünn quer zur Faser |
| 56 bis 58 °C, etwas stärker gegart | etwa 54 bis 56 °C | Dünn quer zur Faser |
Die tatsächliche Temperaturentwicklung hängt von Dicke und direkter Schlussphase ab. Miss an der dicksten Stelle.
| Variante | Ablauf | Passt, wenn |
|---|---|---|
| Ganzes Stück | Indirekt garen, Fettdeckel kurz bräunen, 15 Minuten ruhen. | Du einen planbaren Braten mit gleichmässigem Kern möchtest. |
| Spiess | Fleisch in Bögen falten, drehen und gebräunte Tranchen abschneiden. | Du portionsweise direkt vom Spiess servieren willst. |
| Steaks | Dicke Scheiben kurz auf beiden Seiten grillieren. | Der Huftdeckel portioniert ist und jede Scheibe einzeln geprüft wird. |
| Merkmal | Huftdeckel für Picanha | Parierter Tafelspitz |
|---|---|---|
| Fettauflage | Zusammenhängender Fettdeckel bleibt dran. | Oft entfernt oder stark reduziert. |
| Zubereitung | Grillieren am Stück oder am Spiess. | Häufig gekocht oder geschmort. |
| Einkauf | Explizit Huftdeckel mit Fett bestellen. | Nicht automatisch die passende Grillqualität. |
Picanha ist der Huftdeckel am hinteren Ende der Rinderhüfte. Für die Grillversion ist ein durchgehender Fettdeckel wichtig, denn er schützt das Fleisch und liefert beim Bräunen kräftige Röstaromen.
Tafelspitz bezeichnet in der Schweiz häufig ein ähnlich gelegenes Teilstück, das bereits pariert und dadurch magerer sein kann. Bitte die Metzgerei deshalb ausdrücklich um einen Huftdeckel mit Fettauflage, statt nur nach Tafelspitz zu fragen.
Nimm ein Stück mit gleichmässiger Dicke und intakter Oberfläche. Der vorhandene Fettdeckel soll fest sitzen, aber keine dicken, harten Stellen haben, die vor dem Grillieren erst weggeschnitten werden müssen.
Der Fettdeckel schmilzt während der Garung teilweise und schützt die Oberfläche vor dem Austrocknen. Beim kurzen Finish wird er goldbraun und gibt einen nussigen Duft ab, der die schlichte Würzung ergänzt.
Schneide nur überstehende, harte Fettlappen ab und lasse eine gleichmässige Schicht von ungefähr 7 mm stehen. Ritze sie flach in Rauten ein, damit sich das Fett beim Erhitzen kontrolliert zusammenzieht.
Schneidest du zu tief, öffnen sich Risse im Fleisch und Saft tritt aus. Ein scharfes Messer und ein flacher Winkel reichen, um die Oberfläche vorzubereiten.
Gare das Fleisch zunächst indirekt bei mittlerer Grillhitze und bräune den Fettdeckel erst am Schluss. Diese Reihenfolge gibt dem Kern Zeit, gleichmässig warm zu werden, bevor die heisse Zone die Oberfläche röstet.
Lege das Stück mit der Fettseite nach oben auf den Rost und schliesse den Deckel. Wende es erst für das Finish und bleibe am Grill, denn austretendes Fett kann kurz aufflammen.
Ein ganzer Huftdeckel gart nicht immer gleichmässig geformt. Kontrolliere den dicksten Bereich und miss seitlich, damit die Thermometerspitze mittig im Fleisch liegt.
Für ein 1.8 kg Stück sind 30 bis 45 Minuten indirekte Garung plus ein kurzes Finish ein realistisches Planungsfenster. Form, Starttemperatur und Rosthitze können die Zeit deutlich verändern.
Nutze die Uhr für Beilagen und Gäste, nicht als Endpunkt für das Fleisch. Sobald der Kern in die Nähe des Zielbereichs kommt, prüfe ihn in kurzen Abständen und nimm den Braten vor dem gewünschten Servierwert herunter.
Wenn mehrere Gäste unterschiedliche Garstufen mögen, schneide erst am Tisch Tranchen ab. Dünnere Stücke können anschliessend kurz nachgegart werden, ohne den ganzen Braten weiter zu erhitzen.
Nach dem Ruhen ist ein Kern von 54 bis 58 °C ein guter Zielbereich für rosa bis etwas stärker gegartes Fleisch. Der tatsächliche Endpunkt hängt davon ab, wie kräftig du die Kruste fertigst und wie dick der Braten ist.
Stecke die Sonde seitlich bis in die Mitte des dicksten Bereichs. Liegt sie zu nahe an der Fettauflage oder in einem Hohlraum, zeigt sie nicht die Temperatur des Fleischkerns.
Ein Thermometer macht das Ergebnis wiederholbar; die Farbe des austretenden Safts ist keine verlässliche Temperaturmessung. Halte die Sonde sauber und miss nicht direkt am Knochen.
Schneide den Huftdeckel quer zur Faser in dicke Scheiben und falte jede mit dem Fettdeckel nach aussen. Fädle die Bögen auf einen stabilen Spiess, damit sie sich beim Drehen nicht lösen.
Gare und drehe den Spiess, bis die Aussenseite gebräunt ist. Schneide dünne Tranchen ab und gib den noch rohen Kern für ein paar Minuten zurück auf den Grill, bis auch die nächste Schicht bereit ist.
Diese Methode serviert das Fleisch nach und nach direkt vom Feuer. Für einen präzisen Kerntemperaturwert misst du im dicksten Bogen und nicht im schmalen Rand.
Schneide den ruhenden Braten in dünne Tranchen quer zur Faser. So werden die langen Muskelfasern kurz und das Fleisch lässt sich leichter kauen.
Die Faserrichtung kann sich entlang der Form des Huftdeckels drehen. Prüfe sie an der Anschnittfläche und ändere den Winkel, statt den ganzen Braten in einer Richtung durchzuschneiden.
Beim Spiess schneidest du die gebräunte Aussenschicht ab und grillierst den Rest weiter. Eine dünne Scheibe zeigt einen gleichmässigen rosa Kern und eine schmale, aromatische Kruste.
Tomatensalat, gegrillte Peperoni, Brot und eingelegte Zwiebeln bringen Säure oder Frische zum kräftigen Fettdeckel. Bereite den Salat vor, während der Braten ruht.
Eine Kräutersauce passt in kleiner Menge, damit sie den Eigengeschmack nicht überdeckt. Für Chimichurri findest du ein eigenes Rezept; hier reicht ein kurzer Löffel als frischer Kontrast.
Reste schmecken am nächsten Tag dünn aufgeschnitten im Sandwich. Kühle sie zeitnah und erwärme sie nur kurz, damit die Scheiben nicht trocken werden.

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CHF 199.00
Jeden Monat ziehen wir unter allen Abonnentinnen und Abonnenten ein Fleischpaket. Dazu melden wir uns, sobald das nächste Rind geteilt wird.
Mitmachen ist gratis, ohne Kauf.
Die Gewinnerinnen und Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Teilnahmebedingungen
Picanha ist der Huftdeckel, ein Teilstück am hinteren Ende der Rinderhüfte.
Es liegt am gleichen Bereich, wird aber oft mit Fettdeckel verkauft; parierter Tafelspitz ist meist magerer.
Nach der Ruhezeit liegt der Zielbereich bei 54 bis 58 °C.
Für 1.8 kg sind 30 bis 45 Minuten indirekt plus ein kurzes Finish ein Planungswert.
Ja, gare den Huftdeckel indirekt und bräune den Fettdeckel zum Schluss.
Ja, als ganzer Braten oder als dicke Steaks auf dem Rost.
Schneide dünne Tranchen quer zur Faser und prüfe den Faserverlauf an der Schnittfläche.
Tomatensalat, Peperoni, Brot und eingelegte Zwiebeln bringen Frische zum Fleisch.