Rezept
Wenn sich das Fleisch mit zwei Gabeln teilen lässt, fängt der schönste Teil an: heisse Fasern in ein knuspriges Bürli geben, etwas Saft darüber und eine säuerliche Gurke dazu.

Gare ein durchwachsenes Stück Rind indirekt bei 110 bis 120 °C, bis die Fasern weich auseinandergehen. Für Pulled Beef liegt der Zielbereich bei 92 bis 95 °C, doch der Sondentest entscheidet.
Portionen
6 Personen
Vorbereitung
25 Minuten plus Kühlzeit
Zubereitung
8 bis 12 Stunden als Planung
Fleisch vorbereiten
Pariere 2 kg Rindsschulter oder Nacken in 15 Minuten und verteile 20 g Salz rundum. Kühle das Stück 8 bis 12 Stunden bei höchstens 5 °C; heize den Grill vor dem Garen 15 Minuten auf 110 bis 120 °C vor, die Oberfläche soll matt und trocken sein.

Rub auftragen
Mische 16 g Paprika, 10 g Pfeffer und 8 g Knoblauchgranulat und drücke die 34 g Mischung 3 Minuten sanft ans 2-kg-Stück. Lass es weitere 30 Minuten gekühlt stehen; gare später bei 110 bis 120 °C bis zum Ziel von 92 bis 95 °C, die Würzung soll gleichmässig haften.

Rauchkruste bilden
Gare 2 kg Rind bei 110 bis 120 °C indirekt etwa 5 bis 7 Stunden, bis der Kern 65 bis 75 °C erreicht und die Oberfläche dunkel mahagonifarben wirkt. Halte den Rauch dünn und den Deckel geschlossen.

Stall überstehen
Wenn der Kern zwischen 65 und 75 °C länger stagniert und die Kruste fest ist, wickle das Stück in Butcher Paper oder setze es mit 150 ml Bouillon in einen Dutch Oven. Gare weitere 2 bis 4 Stunden bis 92 bis 95 °C und bis die Sonde weich hineingleitet.

Ruhen und zupfen
Lass das bei 92 bis 95 °C zarte Fleisch 45 Minuten eingewickelt ruhen und fange den Saft auf. Zupfe es mit zwei Gabeln, mische höchstens 150 g BBQ Sauce unter und serviere, wenn die Fasern glänzen und locker auseinanderfallen.

| Grill | Setup | Garraum-Temperatur | Zeit planen | Was ändert sich |
|---|---|---|---|---|
| Gasgrill | Zwei Zonen, Fleisch über ausgeschaltetem Brenner. | 110 bis 120 °C indirekt. | 8 bis 12 Stunden planen. | Kein Rauch ohne zusätzliche Räucherquelle. |
| Kugelgrill (Holzkohle) | Glut am Rand, Fleisch in freier Zone. | 110 bis 120 °C. | 8 bis 12 Stunden plus Ruhezeit. | Deckel nur für gezielte Prüfungen öffnen. |
| Kamado | Deflektor einsetzen und Luft früh einregeln. | 110 bis 120 °C. | 8 bis 12 Stunden. | Keramik speichert Wärme, kleine Änderungen genügen. |
| Smoker/Pelletgrill | Indirekt, sauberen Rauch halten. | 110 bis 120 °C. | 8 bis 12 Stunden als Korridor. | Butcher Paper erhält die Kruste besser als Folie. |
| Backofen | Rost über Blech, nach Krustenphase abdecken. | 120 °C. | 8 bis 12 Stunden als grobe Planung. | Rauch fehlt, etwas Bouillon hilft beim Warmhalten. |
| Phase | Aufgabe | Hinweis |
|---|---|---|
| Vortag | Fleisch parieren, salzen und würzen. | Gekühlt lagern. |
| Früher Morgen | Grill einregeln und Fleisch auflegen. | Stabilität vor dem Start prüfen. |
| Nach 4 bis 6 Stunden | Kruste prüfen und Fühler kontrollieren. | Stall ist normal. |
| Bei Bedarf | Nach Krustenbildung in Papier wickeln. | Folie beschleunigt, macht aber weichere Kruste. |
| Ende | Sonde testen, ruhen lassen und zupfen. | Fleischsaft zum Mischen auffangen. |
| Idee | Dazu | Tipp |
|---|---|---|
| Bürli | Essiggurken, Zwiebeln und BBQ Sauce. | Brot kurz anrösten. |
| Tacos | Krautsalat, Limette und Peperoni. | Sauce sparsam einsetzen. |
| Kartoffeln | Sauerrahm und Frühlingszwiebeln. | Fleischsaft vor dem Servieren untermischen. |
| Restepfanne | Bohnen, Mais und Zwiebeln. | Fleisch erst am Schluss erwärmen. |
Rindsschulter und Brust sind geeignete Stücke, weil sie Bindegewebe und eine gewisse Fettauflage mitbringen. Ein mageres Filet wird durch stundenlanges Garen nicht besser, sondern trocken.
Wähle ein gleichmässig dickes Stück, damit die äusseren Bereiche nicht weit vor dem Kern fertig sind. Frage bei der Metzgerei nach einem Cut für langes Garen.
Wenn du eine grössere Runde bewirtest, lässt sich die Menge gut vorbereiten und warmhalten. Plane Beilagen, die auch bei einem späteren Endpunkt bereitstehen.
Ein Rub aus Paprika, Pfeffer und Knoblauch passt zur dunklen Kruste. Salz dosierst du nach dem gewählten Salzplan und nicht zusätzlich in jeder Würzschicht.
Du kannst das Fleisch am Vortag trocken salzen und die restlichen Gewürze später auftragen. Eine dünne Senfschicht ist optional und dient nur als Haftgrund.
Vermeide eine dicke, zu süsse Glasur am Anfang. Zucker verbrennt auf der Oberfläche, bevor das Bindegewebe weich ist.
Plane bei einem zwei Kilogramm schweren Stück acht bis zwölf Stunden plus Ruhezeit. Der Bereich hilft beim Tagesablauf, ist aber keine Garantie für einen bestimmten Endzeitpunkt.
Dicke, Form, Fettauflage und Grilltemperatur verändern die Dauer. Lass das Fleisch deshalb nicht nach einer festen Uhrzeit vom Grill, wenn es sich noch fest anfühlt.
Beginne lieber früh und halte ein fertiges Stück warm, als den Grill zu spät anzuzünden. Gemüse, Brot und Sauce können unabhängig vorbereitet werden.
Beim Stall verdunstet Feuchtigkeit von der Oberfläche und bremst den Temperaturanstieg. Das kann bei einem grossen Stück lange dauern und ist normal.
Wenn die Kruste gesetzt ist, kannst du das Fleisch in Butcher Paper wickeln, damit es schneller durchzieht und mehr Rindenstruktur behält. Alufolie schliesst stärker ab, hält mehr Saft, macht die Kruste aber weicher.
Lass das Stück offen, wenn du Zeit und eine trockene Kruste bevorzugst. Entscheide nach dem Servierplan und dem Zustand der Oberfläche.
92 bis 95 °C sind der Zielbereich für Pulled Beef, wenn die Fasern weich auseinandergehen. Prüfe die Sonde an mehreren Stellen, denn ein einzelner Kernwert kann feste Bereiche übersehen.
Wenn der Fühler noch deutlich bremst, gare weiter und teste später erneut. Die Textur zeigt, ob Kollagen ausreichend weich geworden ist.
Nimm das Fleisch herunter und lasse es eingewickelt ruhen. Der aufgefangene Saft kommt beim Zupfen zurück in die Fasern.
Zupfe das Fleisch nach dem Ruhen mit zwei Gabeln entlang der Fasern. Entferne harte Fettstücke und mische nur so viel Fleischsaft unter, dass das Ergebnis saftig bleibt.
Serviere es in einem Bürli mit Essiggurken, rohen Zwiebeln und etwas BBQ Sauce. Tacos, Ofenkartoffeln oder eine Restepfanne sind gute Alternativen.
Kühle Reste zeitnah und bewahre sie mit etwas Saft auf. Beim Erwärmen hilft ein zugedeckter Topf oder eine Pfanne mit wenig Bouillon.
Ein Dutch Oven schliesst Bouillon und Fleischsaft ein und ergibt eine feuchtere, schmorgeprägte Textur. Für einen deutlicheren Rauchring kannst du das Stück zuerst mehrere Stunden offen auf dem Rost garen.
Im Backofen legst du das Fleisch auf einen Rost bei 120 bis 130 °C und stellst ein Blech darunter. Nach der Krustenphase kannst du es abdecken oder in einen Bräter setzen.
Die geschlossene Variante verkürzt oft die Endphase, kostet aber etwas Krustenbiss. Führe beide Methoden bis zur gleichen Zartheitsprobe, nicht bis zu einer festen Uhrzeit.
Sous-vide ist eine andere Methode als geräuchertes Pulled Beef: Das Fleisch gart im Beutel ohne Rauchkruste und wird erst danach gebräunt. Die Tabelle auf der verlinkten Sous-vide-Seite hilft bei Temperatur und Dauer.
Für ein faseriges Ergebnis brauchst du einen kollagenreichen Cut und ausreichend lange Garzeit. Ein mageres Steak wird auch im Wasserbad nicht automatisch zu zupfbarem Fleisch.
Trockne das Stück nach dem Beutelgaren gründlich ab und bräune die Oberfläche in einer sehr heissen Pfanne. Bewahre den Beutelsaft auf und rühre ihn beim Zupfen sparsam unter.

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CHF 199.00
Jeden Monat ziehen wir unter allen Abonnentinnen und Abonnenten ein Fleischpaket. Dazu melden wir uns, sobald das nächste Rind geteilt wird.
Mitmachen ist gratis, ohne Kauf.
Die Gewinnerinnen und Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Teilnahmebedingungen
92 bis 95 °C sind die Orientierung; zupfbar ist es erst, wenn die Sonde weich hineingleitet.
Ja, aber ohne Rauchkruste; verwende für Temperatur und Zeit die Sous-vide-Tabelle und bräune das Fleisch danach.
Rindsschulter oder Brust sind passende Cuts für langes Garen.
Plane mehrere Stunden, bei einem grossen Stück oft 8 bis 12 Stunden plus Ruhezeit.
Verdunstung kühlt die Oberfläche und kann den Temperaturanstieg vorübergehend stoppen.
Nein. Papier kann Zeit sparen und erhält mehr Kruste als dicht schliessende Folie.
Ja, gare es auf einem Rost bei niedriger Hitze und plane eine längere Zeit ein.
Lass es eingewickelt ruhen, bevor du es zupfst und den Fleischsaft untermischst.
Bürli, Essiggurken, Krautsalat, Tacos oder Ofenkartoffeln.